gefördert vom

Logo LSVD Family

Ein Projekt des

Logo des Lesben- und Schwuleverbandes
Fachtagung

Das Projekt

Eltern stehen nicht selten vor Herausforderungen, die ohne eine kompetente und unterstützende Beratung schwer zu meistern sind. Das trifft auf Regenbogenfamilien ebenso zu wie auf alle anderen Familienformen. Doch bisher meiden viele lesbische Mütter, schwule Väter oder Trans*-Eltern lokale Familien- oder Erziehungsberatungsstellen, weil sie befürchten, auf Unwissen und Vorurteile zu stoßen.

Regenbogenfamilien sind eine junge Familienform, die klassische Familienkonzepte in Frage zu stellen scheint. Auch wenn sich die gesellschaftliche Anerkennung und die rechtliche Position in den letzten Jahren gebessert haben, begegnen Regenbogenfamilien doch im Familienalltag Diskriminierungen. Nicht selten geraten sie unter Bewährungs- und Erklärungsdruck. Vorbehalte gegenüber der Vielfalt von Liebes- und Lebensformen sind gerade im Zusammenhang mit Familie und dem Heranwachsen von Kindern besonders hartnäckig.

Eine tolerante und weltoffene Gesellschaft entsteht nicht per Gesetz.

Als Eltern sind lesbische Mütter, schwule Väter und Trans*-Eltern mit den typischen familienbezogenen Herausforderungen konfrontiert: erzieherische Aufgaben, Beziehungskrisen, organisatorische Überlastung… Darüber hinaus sehen Regenbogenfamilien sich als eine auffallend andere Familienform manchmal vor ganz spezifische Anforderungen gestellt, die von der Rechtfertigung des eigenen Kinderwunsches bis zum alltäglichen Coming-out für Eltern und Kinder reichen können.

00041lsvd_luebke

Ich würde mich in einer Beratungsstelle gesehen und angenommen fühlen, wenn die mir helfen. Ich glaub, das wichtige dabei ist, dass ich da nicht irgendwie wie ein völliger Fremdkörper behandelt werde als Teil einer Regenbogenfamilie.

In Zeiten, in denen Familien größere Herausforderungen bewältigen müssen, kann ihnen eine fachkundige Begleitung und Beratung durch lokale Familien- oder Erziehungsberatungsstellen eine große Unterstützung sein. Regenbogenfamilien scheuen sich jedoch meist, diese Unterstützung zu nutzen. Sie äußern oft Sorge, dass Berater_innen zu wenig über ihre Familienform wissen und ihnen mit Vorbehalten begegnen könnten. Gerade in solch schwierigen Zeiten ist die eigene Verletzbarkeit besonders spürbar und die Kraft mag nicht ausreichen, um wieder alles von vorne erklären zu müssen.

Regenbogenfamilien wenden sich derzeit an die bundesweit sehr rar gesäten Spezialberatungsstellen. Doch gerade die wohnortnahe und regelmäßige Begleitung durch erfahrene Beraterinnen und Berater bei Problemen, die keine „Eintagsfliegen“ sind, ist für Familien mit ihren knappen Zeitkontingenten unersetzbar.

Ohne professionelle Unterstützung durch Familien- und Erziehungsberatung kann bei Betroffenen leicht die erlebte Belastung überwiegen, und Chancen zur Neuorientierung und positiven Weiterentwicklung bleiben ungenutzt.

Das Modellprojekt „Beratungskompetenz zu Regenbogenfamilie – Erfordernisse und Potenziale in professioneller Begleitung“ will dazu beitragen, die zielgruppenspezifische Handlungssicherheit von Fachkräften in Beratungseinrichtungen zu stärken. Mit vielfältigen Angeboten sollen Mitarbeiter_innen in Beratungsstellen dabei unterstützt werden, sich mit den Herausforderungen und Potenzialen von Regenbogenfamilien vertraut zu machen und Hürden für Ratsuchende zu verringern. Einen Schwerpunkt stellen hierbei Workshops und Vorträge rund um das Leben und die Beratung von Regenbogenfamilien dar, die sich gezielt an die bestehenden Beratungsstrukturen  richten.

Das dreijährige Modellprojekt (07/2015-06/2018) wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) durchgeführt.

image_pdf