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Fachtagung

Regenbogenkompetenz

Wer Regenbogenfamilien kompetent beraten will, braucht neben fundiertem Sachwissen, Methoden- und Sozialkompetenz auch eine Selbstkompetenz, die auf der Reflexion eigener Gefühle, Vorurteile und Werte beruht. Die erforderliche Regenbogenkompetenz stellt uns vor die Herausforderung, eigenen Stereotypen und Vorurteilen nachzuspüren und diese kritisch zu hinterfragen.

 

Regenbogenkompetenz bezeichnet die Fähigkeit einer Fachkraft, professionell und möglichst diskriminierungsfrei mit dem Thema der sexuellen Identität umzugehen. Sie ermöglicht Handlungssicherheit im professionellen Umgang mit Lesben, Schwulen und Trans* und deren unterschiedlichen Lebensformen und -entwürfen. Die Regenbogenkompetenz von Berater_innen umfasst vier Bereiche: Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz. Im Hinblick auf die Beratung von Regenbogenfamilien können diese vier Aspekte wie folgt veranschaulicht werden.

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Mir ist wichtig, dass unsere Kinder die gleichen Voraussetzungen haben wie andere Kinder… dass es da keine Unterschiede gibt.

Sachkompetenz entsteht durch den Erwerb von Wissen über die Lebenssituation und Potenziale von Regenbogenfamilien. Das beinhaltet Wissen über die aktuelle Rechtslage ebenso wie die Berücksichtigung möglicher Besonderheiten in der Entwicklung der Kinder, der innerfamiliären Beziehungsstrukturen und Rollendefinitionen sowie spezielle Herausforderungen aufgrund der Familienstruktur. Wesentlich ist dabei die Regenbogenfamilien in ihrer Abweichung von klassischen Familienkonzepten nicht als defizitär wahrzunehmen sondern als Möglichkeitsraum für individuelle Beziehungsstrukturen und neue Rollendefinitionen.

Eine junge unkonventionelle Familienform zu sein, stellt nicht nur vor Herausforderungen, sondern bietet auch Vorteile: Lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder stehen vor der Aufgabe, sich neue Wege zu ebnen und haben die Freiheit, diese neuen Wege zu gehen.

Die Methodenkompetenz umfasst Handlungsfähigkeit und Verfahrenswissen für die beraterische Arbeit mit Familien. Der erprobte „Methodenkoffer“ von Beraterinnen und Berater muss für Regenbogenfamilien nicht neu erfunden werden.

Sozialkompetenz beruht auf der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Fachkräfte in der Beratung. Berater_innen können persönliche Erfahrungen aus der Beratung von Minderheiten nutzen, die Parallelen zur Lebenssituation von lesbischen Müttern, schwulen Vätern oder Trans* und ihren Kindern haben. Darüber hinaus kann das eigene Erleben von Marginalisierung etwa aus ethnischen oder gesundheitlichen Gründen den Zugang zu ratsuchenden Minderheiten erleichtern. Solche Erfahrungen gilt es bewusst und nutzbar zu machen als Ressource für den Beratungsprozess.

Die Selbstkompetenz in der Arbeit mit Regenbogenfamilien basiert auf der Reflexion eigener Gefühle, Vorurteile und Werte in Bezug auf diese Familienform. Das einzige probate Mittel gegen die „unkritische Anwendung“ eigener Stereotype und Vorurteile besteht in ihrer regelmäßigen Selbstreflexion im Wissen um die Relativität eigener Vorstellungen und Wertmaßstäbe.

Die erworbenen Kompetenzen und die Erweiterung des Konzepts „Familie“ im Erwerb beraterischer Regenbogenkompetenz kommen der Beratung aller Familienformen zugute.